Seit Anfang der 90er Jahre sind ca. dreißig- bis vierzigtausend deutsche Aussiedler aus der ehemaligen UdSSR nach Berlin gekommen. Die Integration in die neue Umgebung stellt für alle Betroffenen eine erhebliche Belastungsprobe dar. Schwerwiegende Probleme und Benachteiligungen drohen, wenn gewohnte Strategien der Problemlösung nicht mehr greifen, während Alternativen noch nicht verfügbar sind.
Gesetzliche Kinder- und Jugendhilfeleistungen werden von den Neuankömmlingen auf Grund von Sprachbarrieren häufig nicht bzw. zu spät wahrgenommen. Zudem setzt Familien- und Erziehungsberatung die Verwendung bestimmter Kommunikationstechniken voraus, die durch Dolmetscher nur schwer vermittelt werden können. Berührungsängste mit Jugendämtern, die auf Erfahrung von Bevormundung und Entmündigung durch staatliche Autoritäten im Herkunftsland basieren, erschweren den Zugang.
Stützrad e.V. bietet eine bilinguale Erziehungs- und Familienberatung an. Das Angebot richtet sich insbesondere an russisch sprechende deutsche Aussiedler sowie russisch sprechende Kontingentflüchtlinge mit Hilfebedarf nach §§ 27 ff. sowie 41 SGB VIII.
Stellt sich dabei der Bedarf einer ambulanten Hilfe zur Erziehung heraus, wird der Kontakt zum jeweils zuständigen Jugendamt hergestellt. Nach unseren Erfahrungen ist es oft sinnvoll, eine Fachkraft mit russischen Sprachkenntnissen sowie Einblick in die spezifische Problemlage von Aussiedlern mit der Durchführung zu betrauen bzw. daran zu beteiligen. Stützrad e.V. ist in der Lage, das mehrsprachige Angebot berlinweit zu realisieren.
Pädagogische Inhalte und Ziele
- Hilfe bei integrationsbedingten Erziehungsproblemen und -beeinträchtigungen
- Erschließung und Aktivierung eigener Ressourcen der Hilfeempfänger
- Sprachvermittlung und Erarbeitung von Zukunftsperspektiven
Realisierung
- Beratung zu spezifischen Problemen von russisch sprechenden Aussiedlerfamilien
- Verminderung der Schwellenangst im Kontakt zu Jugendämtern sowie weiteren Hilfesystemen
- Hilfe zur Selbsthilfe bei der Integration in die neue Lebenswelt u.a. durch die Erschließung von Ressourcen im Umfeld
- Lebenspraktische Unterstützung z.B. im Kontakt mit Schulen und Betreuungseinrichtungen
- Möglichkeit zur Co-Betreuung (Fachkräfte mit/ ohne russische Sprachkenntnisse)
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Letzte Änderung: 19.03.2007 ›Kontakt ›Impressum und Haftungsausschluss